Wo „...- Vattenfall Tschüss sagen“ drauf steht, ist auch „...- Vattenfall Tschüss sagen“ drin.

„Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen“ gibt es, weil die InitiatorInnen dieser Aktion die Glaubwürdigkeitslücke nicht mehr ertragen konnten, die sich auftut zwischen einem durchaus akzeptablen Lesefestival, den Vattenfall Lesetagen, und dem unverantwortlichen Kerngeschäft des Energieriesen.

Genau wegen seines gefährlichen Kerngeschäfts haben bereits mehrere 100.000 StromkundInnen in Hamburg, Berlin und anderswo dem Klimakiller und Betreiber von Pannenreaktoren den Rücken gekehrt und „Tschüss Vattenfall“ gesagt, zu Beginn der Kampagne auch noch unter dem Motto „Atomausstieg selber machen“.

„Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen“ bezieht sich also mit beiden Teilen des Titels auf verschiedene Formen der Stromwechselkampagne, die es bereits vor uns gab, und unser Vattenfall-kritisches Lesefestival ist in einer eigenen Form und mit zusätzlichen Inhalten Teil dieser Kampagne. Die fordert alle StromkundInnen auf, zu einem seriösen Ökostromanbieter zu wechseln. Dem Stromlieferanten „Vattenfall Tschüss gesagt“ hat längst nicht nur eine verschwindend geringe Minderheit. Von den fast eine Mio. Haushalten in Hamburg sind es laut Vattenfall rund 20 %. Aber ca. 80 % sind eben immer noch beim sogenannten Grundversorger geblieben, obwohl auch bei sehr vielen von ihnen Vattenfall alles andere als beliebt ist. Mit einem ramponierten Image lebt es sich aber immer noch recht gut, solange dem Imageverlust nicht auch der Kundenverlust, sprich die Unterschrift unter das ausgefüllte Stromwechselformular folgt.

Für den Stromwechsel glaubwürdig werben kann natürlich nur, wer den Wechsel bereits selber vollzogen hat. Deswegen fragen wir auch alle, die sich an der Aktion „Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen“ beteiligen, z.B. als lesende Autorin oder als Raumgeber, ob sie „Vattenfall schon Tschüss“ gesagt haben. Denn es wäre doch peinlich, wenn unser Klimakiller und Lobbyist für AKW-Laufzeitverlängerung noch mit einem Vertrag wedeln könnte, ohne dass von dem oder der betreffenden StromkundIn nicht mindestens eine wirksame Kündigung vorliegt.

Das haben unsere Kooperationspartner auch so gesehen, und dort wo wir den letzten Anstoß gegeben haben, nun endlich zu wechseln, fanden wir das nicht etwa peinlich, sondern haben uns gefreut, dass wir vom entsprechenden Ökostromanbieter die Werbeprämie bekamen – für die Kosten, die sich trotz des komplett ehrenamtlichen Engagements des Organisationsteams nicht vermeiden lassen. Die meisten, die die eine oder andere Veranstaltung von „Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen“ besuchen, gehen auch davon aus, wo „.... -Vattenfall Tschüss sagen“ drauf steht, ist auch „.... – Vattenfall Tschüss sagen drin.“ Und da wollen wir auch diesmal niemanden enttäuschen.

Greenwashing. Ein Problem öffentlich anzuerkennen

Aus einem Artikel von Hermann Scheer, 09. Feb. 2007 in Le Monde diplomatique
„Die Pläne haben also eine ebenso beschwichtigende Wirkung wie viele Verlautbarungen von Regierungen oder auch Unternehmen, die ein Problem öffentlich anerkennen und damit suggerieren, sie seien bereits mit der praktischen Problemlösung befasst.“

Dieses „Reden als ob“ nennt man „greenwashing“, das besonders hinsichtlich der Umweltrisiken in Mode gekommen ist.